Schießkommission


Eine Abordnung der Schiko beim Schützenfest 2025
Eine Abordnung der Schiko beim Schützenfest 2016

Aktive Mitglieder der Schall- und Raucherzeugung Grünetal

Rainer Ellermann (seit 1990)
Andreas Klüppelberg (seit 1990)
Steffen Fuhrich (seit 1992)
Jens Rittinghaus (seit 1992 ; Schießmeister)
Anselm Breuckmann (seit 1995 ; stellvertretender Schießmeister)
Heinz-Günter Rittinghaus
Sebastian Breuckmann (seit 2009)
Frank Bröcker (seit 2009)
Björn Gödde (seit 2009)
Bernd Koesterke (seit 2009)
Ulrich Lienenkämper (seit 2009)
Carsten Fink (seit 2010)
Fabian Breuckmann (seit 2016)

Ehrenmitglieder

Alois Hellner
Heinz-Werner Kirchhoff

Aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum

Die Schützen und das Schießen haben eine in sich bedingte Verbindung, entstanden aus der Wortschöpfung und erwachsen aus dem historischen Zusammenhang. Aus der Rückschau und dem Versuch der Einordnung in die heutige Gesell-schaftsstruktur ergibt sich die Frage nach der aktuellen inhaltlichen Ausrichtung. Dabei stößt man unausweichlich auf das Spannungsfeld zwischen der Bewahrung langjährig gepflegter Traditionen und der Suche nach einer zeitgemäßen Ansprache der Vereinsmitglieder. Für die Schießkommission ergeben sich daraus drei Tätigkeitsschwerpunkte:

1. Ordnungsgemäße Durchführung aller vereinseigenen Schießen

Alle Mitglieder der Schießkommission absolvieren eine Ausbildung mit abschließender Prüfung, die sie sachlich und rechtlich dazu befähigt, Schießveranstaltungen durchzuführen und zu beaufsichtigen. Daraus wird ersichtlich, dass Verantwortung in unserer Abteilung eine zentrale Rolle spielt. Wir beaufsichtigen den Umgang mit Waffen, bei dem die Sicherheit aller Teilnehmer und Zuschauer die höchste Priorität hat. Damit soll der sportliche Wettbewerb mit erforderlicher Konzentration und Koordination nicht nur im Vordergrund stehen, sondern alleiniger Zweck sein.

So ergeben sich einige Möglichkeiten, das eigene Können unter Beweis zu stellen. Im Frühjahr führen wir unser Medaillenschießen durch, bei dem mit Luftgewehren aus einer Distanz von 10 m auf „normale“ Ringscheiben geschossen wird, um beim Erreichen der entsprechenden Ringzahl eine Bronze- , Silber- oder Goldmedaille zur erhalten.

Darüber hinaus kann auf den sogenannten „5er Spiegel“ geschossen werden, bei dem auf gleicher Scheibengröße fünf Ziele mit ebenfalls je 10 Ringen aufgedruckt sind. Die besten Schützinnen und Schützen des Vereins können damit die Königsmedaillen erringen, die ihren Namen dadurch erhalten haben, dass sie vom aktuell regierenden König gestiftet werden.

Neben dem individuellen Ringen um Medaillen wird in drei Altersklassen der Wettkampf um Wanderpokale geboten. Alle Jungschützen (14-25 Jahre) haben die Möglichkeit, auf Wertungsscheiben für den Luftgewehr-Pokal zu schießen. Alle Vereinsmitglieder können sich am Wettbewerb um die beste Schützin/den besten Schützen des Vereins beteiligen, der abgesehen von der Ehre mit dem Vereinspokal belohnt wird. Um die Jugend an den Verein heranzuführen, haben wir eine Ausnahmegenehmigung erwirkt, durch die Kinder ab 8 Jahren mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten am Luftgewehrschießen teilnehmen dürfen. Sie haben somit die Möglichkeit, den Kinderpokal zu erlangen. Die Förderung setzt sich fort, indem die Jungschützen jedes Jahr mit dem Kleinkalibergewehr schießen dürfen, wobei der/dem Besten als Preis der Kleinkaliber-Pokal winkt.

Mit dem frühen Termin Ende April/Anfang Mai eröffnet das Grünetaler Schützenfest die jährliche Schützenfest-Saison in Plettenberg. Zwei bis drei Wochen zuvor bereitet das Probevogelschießen den Weg dorthin. Ablauf und Umfang sind mit dem eigentlichen Vogelschießen identisch. In der Regel ist die Zahl potentieller, auch spontaner Kandidatinnen und Kandidaten für die quasi verpflichtungsfreie Ehre groß. Am Abend haben die Probevogelkönigin/der Probevogelkönig viel Freude daran, in lockerer Runde den gelungenen Auftakt freudig zu feiern.

Parallel dazu ermitteln am Nachmittag die Jüngsten in einem Wettbewerb, der mit großer Leidenschaft und ausgeprägten Emotionen geführt wird, die Kinderkönigin/den Kinderkönig.

Bald darauf ist es so weit: beim eigentlichen Schützenfest werden erneut die beiden außenliegenden Schießbahnen parallel genutzt: auf der unteren wetteifern die Jungschützinnen und Jungschützen um die Insignien Krone, Apfel, Zepter und die Flügel. Eine besondere Rolle kommt der Nase des Vogels zu, die ausschließlich in der Vereinsjugend als dementsprechend begehrte Insignie zusätzlich geschossen wird. Letztlich steht mit dem Fall des Rumpfes eine Jungschützenkönigin/ ein Jungschützenkönig fest.

Der eigentliche Vogel – oder auch „Hauptvogel“ genannt – auf der oberen Bahn ist in der Regel etwas „zäher“, d.h. er fällt meist erst gegen Abend, und benötigt zuletzt auch etwas größeres Kaliber. Mit dem Fall des Vogels löst sich die Anspannung aller Beteiligten schlagartig auf und der neue Schützenkönig wird bejubelt.

Für die Durchführung, Vor- und Nachbereitung all dieser Schießen ist die Schießkommission verantwortlich. Dazu gehören auch die Anmeldung bei der Kreispolizeibehörde, die Sicherstellung der notwendigen Versicherungen, das Lagern, Pflegen und Bereitstellen der Waffen, die Beschaffung von Munition, Instandhaltung der Schießbahnen einschließlich der regelmäßigen behördlichen Abnahme und die Pflege aller benötigten Gerätschaften.

2. Böllern

Aus der Schießkommission heraus wurde im Jahr 1994 der Böllerzug gebildet, der personell weitgehend identisch mit der Schießkommission ist. Die Idee dahinter war, unser Schützenfest durch eigene Leute „hörbar“ zu machen, d. h. zum Beginn des Schützenfestes, beim Start des Umzugs zum Vogelschießen, nach dem Fall des Schützenvogels, zum Start des großen Festumzugs und am Sonntagmorgen zum Wecken nach dem Schützenball zu Böllern – hörbar in allen vier Plettenberger Tälern. Dazu waren zunächst auch wieder Schulungen und Prüfungen erforderlich, denn der Umgang und die Lagerung des verwendeten Schwarzpulvers sind genehmigungspflichtig und werden regelmäßig überprüft. Als erster „Böllermeister“ wurde Heinz-Günter Rittinghaus gewählt.

Inzwischen verfügen wir über drei Standböller aus Plettenberger Fertigung, die mit BUMMS das Schützenfest umrahmen. Darüber hinaus böllern wir beim Festumzug am Samstag und in Begleitung des Biergerichts zur Schützenhalle am Sonntag mit unseren Vorderlader-Gewehren, und gelegentlich auch mit Schaftböllern.

Für diese repräsentativen Gelegenheiten haben wir unser Logo entwickelt. Kappe, Sweatshirt oder Jacke (alle mit Logo) und Lederweste tragen wir je nach Anlass und Witterung. Bei verschiedenen benachbarten Schützenvereinen werden wir zur lautstarken Bereicherung ihrer Schützenfeste eingeladen.

3. Geselligkeit

Jegliche Tätigkeit in einem Verein funktioniert am Besten, wenn sie vom jeweiligen Partner positiv begleitet, getragen oder im Idealfall mit ausgeübt wird. Das bedingt ein offenes Zugehen auf das Gegenüber, im Bereich der historisch männlich geprägten Schützenvereine insbesondere auf die Frauen. So stehen ihnen bei Vereinsmitgliedschaft alle Schießwettbewerbe offen. Die bewusst etwas provokant genannten „Böllerzicken“ sind im Rahmen der Schützenfeste immer fest mit eingebunden. Daraus ergeben sich Freundschaften, die in alle Bereiche des Lebens ausstrahlen. Die Schikofeten (=Feiern der Schießkommission) sind selbstverständlich immer mit Anhang, und bei Angemessenheit auch mit Kindern. Ob Vorderladerschießen, Ausflüge mit Besichtigungen, Wanderungen oder einfach gemütliches Grillen am Lagerfeuer – wir haben den Raum, uns auszutauschen und gemeinsam etwas Schönes zu erleben.

In der Tendenz zum Verschwinden zahlreicher Vereine zeigt sich, wie wichtig es ist, junge Menschen früh einzubinden. Seit langer Zeit ermöglichen wir Kindern ab 8 Jahren, das Schießen auszuprobieren, und haben dabei die Chance, auf einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang hinzuwirken. Dies ist ein kleiner Baustein im Vereinskonzept, das die Jüngsten auch sonst bei allen Veranstaltungen mit besonderen Angeboten einbindet.

Der Zusammenhalt in der Schießkommission und mit dem Verein ergibt sich aus verschiedenen Faktoren. Die hohe Verantwortung beim Schießen erfordert, dass man sich vollständig auf die anderen Aktiven verlassen können muss. Aus dieser Erfahrung resultiert eine hohe Bindung.

Gemeinsames Erleben ist ein weiterer Baustein. So haben wir 1997 in mittelalterlicher Kleidung am großen Umzug bis hin zum Schloss Brüninghausen anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums teilgenommen und manchen Böller erschallen lassen.

2004 sind wir zur Biathlon-WM nach Oberhof gefahren, und nicht nur, weil das Schießen eine uns naheliegende Disziplin ist, verfolgen wir seitdem begeistert diesen Sport.

Vor diesem Hintergrund waren wir auch 2012 in Ruhpolding dabei, als Magdalena Neuner ihren letzten Auftritt hatte.

Die Notwendigkeit von Arbeitseinsätze am Schießstand/Vereinsheim ist selbstverständlich und Ausdruck des Wunsches, einen Ort zu haben, an dem wir verlässlich und in angenehmer Atmosphäre zusammenkommen können. Als „Arbeit“ könnte man auch den Bau der Vögel bezeichnen, aber er ist als gemeinschaftliches Tun eher ein geselliges Ereignis, dem wir gerne einen zusätzlichen Rahmen geben.

Bei all´ unserem Tun kommt der Spaß nicht zu kurz…

…wie sonst wäre es zu erklären, dass Heinz-Werner Kirchhoff es inzwischen 40 Jahre bei uns in der Schießkommission ausgehalten hat!?

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